Wenn Glaube fehlt

 

Liegt nicht das große Problem unserer und aller Vergangener Zeiten darin, dass wir unser Vertrauen auf Gott verloren haben, dass wir uns von ihm entfernen und somit im Wortsinn in Sünde, d.h. von Gott getrennt leben.

Wir haben Gott teilweise ganz verloren, halten ihn für ein Hirngespinst alter Zeiten, für etwas, was überholt ist.

Aber ohne Gott, was sind wir dann, auf wen können wir bauen, was ist wichtig?
Nur wir selbst, nur die Familie, das Umfeld, die Stadt, in der wir leben, das Land, unsere Glaubensrichtung, Religion, unsere politische Gesinnung? Können wir das alles selber, eigenverantwortlich, für uns?
Wir können es eben nicht selbst und in den oben genannten Gruppen, wenn uns Gott fehlt. Was hat denn in den letzten Jahren, Jahrhunderten, Jahrtausenden den Menschen bestimmt.
Das waren doch wir selbst, unsere Gruppe, Staat, Gesinnung, Glaube. Das war die Fixierung auf eine dieser Gruppen, die uns abgrenzt, uns für gut und andere für schlecht hält.
Wir sagen, dass unsere art zu leben die einzig richtige, unser Wertesystem, unser Land, unser Glaube. Wir grenzen uns ab und andere aus. Wir führen Kriege im Namen von Gott, König, Vaterland, Glaube, und schon immer wegen unserem Götzen, dem Geld, also aus wirtschaftlichen Interessen.

Was uns allerdings dabei fehlt ist Gott.
Wir entfernen uns immer weiter von Ihm. Jeder, der wegen seinem Glauben ein Verbrechen begeht, mordet, ausgrenzt, diskriminiert handelt nicht im Glauben an Gott, sondern aus einem falschen Glauben. In allen oben genannten Gruppen liegt die große Versuchung falsches zu tun. Es ist einfacher, auszugrenzen, in der Gruppe fühlen wir uns sicher, geliebt, bestätigt.
Wir ziehen an einem Strang, wenn meine Gruppe wichtig ist, einflussreich, reich, mächtig ist, dann sind wir es auch.

Aber Gott ist der Gott aller Menschen. Auch derer, die nicht an ihn glauben wie wir. Gott möchte einen, nicht entzweien. Gott möchte ermöglichen, nicht verhindern.
Gott liebt das Leben, liebt uns, jeden einzelnen.

Jeder Mensch, der ausgebeutet wird, damit es einem anderen gut geht ist für Gott ein Grauen, es ist ein handeln gegen Gott.
Gott ist die Liebe selbst. Nicht nur die Liebe, die wir zwischen Frau und Mann und Mann und Frau kennen. Vielmehr auch, wie wir sie von Müttern zu ihren Kindern kennen, so liebevoll und beschützend, behütend.
So wie ein Vater auf seine Kinder schaut, anleitend und gütig, nur das Beste wollend. Und Gott will, dass wir diese Liebe ebenso spüren und zwar zu jedem Menschen, wir sollen auch unsere Feinde lieben, wir sollen unsere Feinde nicht bekämpfen, wir sollen sie einladen, auch den Weg des Vereinen, der Liebe zu gehen. Wir sollen diese, seine Liebe spüren für alles, für die ganze Schöpfung.

Ich kann Gott regelrecht spüren, wenn ich im Frühling in meinen Garten gehe und erlebe, wie das Leben regelrecht explodiert, wie sich aus einer  kleinen Knospe in kurzer Zeit ein zusammengerolltes Blatt schiebt und sich zu seiner ganzen Größe entfaltet, wie ein Samenkorn aufgeht, wie aus etwas vermeintlich totem Leben entsteht.
Ich kann ihn regelrecht spüren, wenn ich meine Kinder anschaue, wie sie wachen, sich entwickeln, jeden Tag erwachsener werden. Wie sie ihren Weg durchs Leben gehen, Ihren Weg finden. Und meine Frau, wenn ich sehe, wie sie sich abmüht, ebenso wie ich, Ihr Leben, Ihre Aufgaben in den Griff zu bekommen, wie Sie für unsere Kinder, für andere in Ihrem Job und zuletzt auch für mich da ist. Darin erkenne ich Gott.

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Ein Blatt faltet sich auf!

Und darin erkenne ich auch unsere Aufgabe unseren primären Auftrag von Gott, im Hier und jetzt und daran hat sich seit Adam und Eva, seit Abraham, David nichts geändert.
Wir müssen Verantwortung übernehmen, wir müssen uns kümmern, wir müssen lieben.
Zuallererst uns selbst, bevor wir uns nicht selber lieben können, können wir es auch nicht für andere tun.

Alles, was wir Liebe anderen gegenüber nennen, ist, wenn wir uns nicht selbst lieben können, eine Projektion, etwas egoistisches, etwas erwartendes.
Wir erwarten immer, dass wir etwas „für diese Liebe“ zurück erhalten. Es ist keine Liebe aus Güte, sondern aus Verlangen.
Diese Liebe meint Gott aber nicht.
Er meint die Leibe, die gibt, die sich hergibt, die mehr gibt als nimmt. Eben wie die Liebe Gottes.
Aber woraus sollen wir die Kraft für diese Liebe nehmen? Wie ist es möglich, so zu lieben, so aufopfern, so selbstlos, so total?
Er hat es uns vorgemacht, er macht es uns vor, jeden Tag.

Gott gibt es uns vor, er liebt uns eben in diesem Sinne, er erwartet nicht, etwas dafür zurück zu bekommen.
Und daher kommt auch die Kraft für uns, aus Gewissheit die Liebe von Gott. Das macht uns einzigartig, wichtig. Woraus sollen wir die Kraft schöpfen? Nicht aus uns selbst, sondern aus der Liebe Gottes. Diese Liebe haben wir nicht verdient, sie ist einfach da, weil wir sind, weil wir gewollt und geplant sind. Weil wir, jeder für sich etwas Besonderes ist.

Aus der Versicherung der Liebe Gottes und der Liebe zu uns selbst erhalten auch wir die Kraft zu lieben und damit Verantwortung zu übernehmen uns kümmern und sorgen.
Das umfasst Kinder, Familie, Freunde, aber auch größere Gesellschaftsgruppen über Gemeinde, Kirche, Stadt, Land Staat und die ganze Welt, wie alle müssen Verantwortung übernehmen.

Wir alle müssen Verantwortung übernehmen für die Schöpfung, das umfasst auch die ausgebeuteten in fernen Ländern, das umfasst uns, aber auch alle Menschen, Tiere und Pflanzen, das umfasst die vielfachen Ressourcen, die uns so großzügig geschenkt wurden. Wir alle haben den Auftrag sie zu schützen und zwar aus und in Liebe.

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